Tomaten

Italien

Tomaten machen rund ein Viertel des deutschen Gemüse-Speiseplans aus, ob aus der Dose oder frisch, als Sauce, Belag, Salat oder Deko.

Wenige europäische und deutsche Großhändler diktieren den Preis und die Anbaubedingungen. V.a. in den Sommermonaten „schützen“ die europäischen Gesetze den hiesigen Markt vor Importen von anderen Kontinenten – dort oft eine relevante und bis vor kurzem auch einigermaßen lukrative Wirtschaft. Dies passiert zugunsten der europäischen Produktionländer, v.a. Italien und Spanien. Dort wiederum lassen sich die Arbeitsbedingungen dieser Tage noch billiger gestalten. Stärkung von menschenunwürdigen Lebensbediungen in Europa einerseits und Schwächung eines afrikanischen Wirtschaftszweigs andererseits. Zwei zum Preis von einem.

Die ausgedehnten, abgelegenen Plantagen in Süditalien sind schlecht zu kontrollieren und so greifen die Gesetze gegen Ausbeutung, obgleich vorhanden, faktisch nicht. In ganzen Zelt-Ghettos mit mangelnden sanitären Anlagen, ohne Schutz gegen Nässe oder Kälte und kaum Anschluss an die Außenwelt leben v.a. Geflüchtete und Migranten als Erntehelfer ohne Vertrag oder irgendeine andere soziale Absicherung.

Wohin geht das Geld?

Das Geld geht an die von Jean Pierre Yvan Sagnet 2011 gegründete Organisation NO CAP, die sich für die Rechte von Arbeiter*innen im Tomatenanbau in Süditalien einsetzt und insbesondere das System der Caporali bekämpft. Diese sog. Arbeitsvermittler führen den großen Tomatenplantagen ihre Arbeitskräfte zu, die sich primär aus Geflüchteten und Migrant*innen rekrutieren. 2011 organisiert Sagnet den ersten großen Streik, was ihn seitdem zur Zielscheibe der Caporali und der Mafia macht. Nichts desto trotz setzt sich NO CAP weiterhin für die Durchsetzung der Gesetze ein, die die Arbeitenden vor Ausbeutung schützen sollen.

Ich werde folgendes klauen:

  • Orangensaft

  • Tee

  • Kaffee

  • Schokolade

  • Blumen

  • Tomaten

  • Wein

  • Bananen

Und bezahle dafür:

Der Aktionszeitraum ist abgeschlossen. Wir nehmen keine Zahlungen mehr entgegen.